Die Geschichte der Schlangafanger und damit die Entstehung der Fasnet in Wilsingen beginnt bereits vor dem 2. Weltkrieg. Im Gasthaus Kreuz fand Fasnetstheater statt mit lustigen Volksstücken. Nach dem Krieg wurde die Fasnet wieder auf die Straße verlegt, es wurden Fasnetswagen gebaut, eine Art Fahrende Bühne. Mit dieser Bühne wurde ein kleiner Umzug im Dorf veranstaltet es wurden kleinere Volksstücke zur Belustigung der Einwohner gegeben. Dabei rief der Hans-Wurschtel die Fasnet aus. Nach Überlieferungen und verschiedenen Bildern gab es ab 1938 bereits am Rosenmontag Kinderumzüge mit selbstgebauten kleinen Wagen, wie Leiterwagen oder ähnliches. Die Kinder fanden immer wieder neue Motive und entwickelten sehr viel Geschick und Phantasie beim Erbauen der Wagen. Die Kinder zogen dann von Haus zu Haus und baten die Bewohner um ein Fasnetsgeld. Sie hatten dabei auch einige Sprüche auf Lager: „Fluigt ab Vögele übers Feld, gebt mir au a Fansetsgeld. Es gibt noch einige dieser Sprüche, die die Kinder aufsagen konnten. Im Gasthaus Eck und Kreuz fanden auch in früheren Jahren Hausbälle statt, die Einwohner von Wilsingen nahmen diese sehr gerne an. Die Narrenspeisung wurde seit jeher am Rosenmontag veranstaltet, als Stärkung für die Kinder mit den Fasnetswagen und zur Vorbereitung auf die Fasnet.


Im Jahr 1988 wurde dann der Narrenverein Wilsingen e.V. gegründet, mit ca. 30 Mitgliedern wurde ein Häs entwickelt und eine Maske ausgearbeitet, was sich als äüßerst schwierig heraus stellte. Am 25.11.1988 war es dann soweit, die Gründung des Narrenverein wurde vollzogen mit 32. Mitgliedern. Als Vorstand wurde damals Hans Brunner eingesetzt, sein Vertreter war Helmut Häbe. Beide sind bis heute auf diesen beiden Posten. 1990 wurde der Narrenverein Mitglied im Verband Alb-Bodensee-Oberschwäbische Narrenvereine e.V.  – dort war der Verein Gründungsmitglied und ist bis heute beim VAN Mitglied. Erstmals 1994 wurde im Sommer am 1. Ferienwochenende eine 2-tägige Jugend- und Fahrradausfahrt angesetzt. Wir veranstalten 01. Mai eine Wanderung, jeden Sommer eine Sonnwendfeier. Das Bulldog- und Oldtimer Treffen wird alle 2 Jahre im September ausgerichtet und hat sich im Lauf der Jahre sehr gut entwickelt. Es ist bei Besuchern, wie Bulldogfahrern sehr beliebt. Das Bulldogtreffen wurde erstmals im Jahr 1989 veranstaltet. In Wilsingen wird die Hausfasnet sehr groß geschrieben, sie ist sehr wichtig für die Ortschaft. Am 11.11. ist Saisonauftakt und alle Schlangafanger und andere Narren treffen sich zum gemütlichen Beisammensein. Kurz vor der Fasnet wurde in vergangenen Jahren Getreide und Geld bei der Bevölkerung gesammelt um die Kinderspeisung am Rosenmontag abzudecken.

Die Schlangafanger haben diesen alten Brauch wieder aufleben lassen und sammeln deshalb jedes Jahr für die Kinder- und Narrenspeisung am Rosenmontag. Am Rosenmontagmorgen treffen sich die Narren vom ganzen Ort vor dem Rathaus. Musik kommt vom Musikverein Wilsingen, der Narrenverein ehrt Rosenmontag Mitglieder für ihre langjährige Mitgliedschaft im Verein.

1991 wurde in Wilsingen erstmals ein Narrenbaum gestellt. Wir stellen den Narrenbaum nur mit Manneskraft und Schwalben (zusammen gebundene Holzstangen). Musikalisch werden die Schlangafanger vom Musikverein und später dann kam die Lumpenkapelle dazu. Am Fansetdienstag wird der Baum wieder gefällt und die Fasnet verbrannt. Anschließend wird der Baum versteigert.


Im Jahr 1998 wurde die Lumpenkapelle gegründet, die zur Zeit ca. 35 Spieler hat. Geleitet wird die LUKA seit Gründung von Dirk Holder. Trotzdem ist er aus Wilsingen nicht mehr wegzudenken. Im Jahr 2001/2002 haben wir in Wilsingen ein Gemeindehaus gebaut, es entstand unter Mithilfe aller Vereine.

Dort hat der Narrenverein eine neue Heimat gefunden. Seit 2003 werden im Gemeindesaal die Veranstaltungen der Schlangafanger durchgeführt. Der Schlangafangerball gibt es seit 2002, er findet eine Woche vor der Fasnet statt und hat ein Super Programm das die einzelnen Gruppen selbständig einstudieren und ausarbeiten. Vor kurzem (ca. 3 Jahre) haben sich junge Mädchen zusammen gefunden - die „Tanzmädels“ sie trainieren während des ganzen Jahres 1mal wöchentlich unter der Leitung von Steffi Eisele. Die Mädchen sind zwischen 12 und 15 Jahren und haben sich zu einer tollen Truppe entwickelt. Der Schlangafanger entstand aufgrund einer Sage, die Hans Reyhing in seinem Buch „Die Albheimat“ beschreibt. Demnach wurde der  Kirchturm von Drachen und Schlangen belagert. Nur der Schmied traute sich hinauf, mit Zangen und allerhand Gerätschaften ausgerüstet wagte er den Kampf mit den Ungeheuern. Als bald stellte sich heraus, dass es sich nur um Schmetterlinge handelte, die sich im Schatten vom Sonnenlicht als große Ungeheuer auftaten. So kamen die Wilsinger zum Namen Schlangafanger ...